Der Heilige Liborius

Der Heilige Liborius war im 4. Jahrhundert Bischof von Le Mans und hat in seinem Bistum einige Kirchen gebaut. Liborius war ein Zeitgenosse des hl. Bischofs Martin von Tours. Sein Todestag wird auf den 23. Juli 397 datiert.

Liborius soll einem vornehmen gallischen Geschlecht entstammt und durch die römische Kultur geprägt worden sein. Er war um die Christianisierung des heidnischen Umland von Le Mans bemüht. Dabei errichtete er mehrere Landpfarreien. Außerdem soll Liborius in seiner langen Amtszeit 217 Priester und 184 Diakone geweiht haben. Nach der Lebensbeschreibung des Hl. Martin von Tours weilte dieser am Sterbebett seines Freundes Liborius. Martin leitete auch dessen Begräbnis in der Zwölfapostelkirche, in der auch schon der erste Bischof von Le Mans, der hl. Julian, begraben worden war. Schon bald nach seinem Tod sollen am Grab des Heiligen Heilungswunder geschehen sein.

Aufgrund der Freundschaft zwischen dem damaligen Bischof von Le Mans, Aldrich, und Badurad, seines Zeichens Bischof von Paderborn (beide waren gebürtige Sachsen und hatten wiederholt eine Weile am kaiserlichen Hof Ludwigs des Frommen gelebt) gelangten die Liboriusreliquien 836 als Geschenk nach Paderborn. Die entgültige Veranlassung, die Reliquien des Hl. Liborius nach Paderborn zu übertragen, gab aber Kaiser Ludwig der Fromme. Eine Paderborner Delegation reiste im Frühjahr des Jahres 836 nach Le Mans, um die Gebeine des Heiligen in Empfang zu nehmen. Bei der Erhebung der Reliquien in der Zwölfapostelkirche sollen zahlreichen wunderbaren Zeichen beobachtet worden sein. Die übergabe der Reliquien begründete den Bund ewiger Bruderschaft zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Le Mans. Zum Pfingstfest kehrte die Gesandtschaft mit den Reliquien nach Paderborn zurück.

Dort ruhten sie ruhig bis ins Jahr 1622 als der protestantische Herzog Christian von Braunschweig auf der Suche nach einem Winterquartier die Stadt Paderborn erorberte. Dabei plünderte er den Domschatz und auch den Schrein mit den Reliquien des Heiligen Liborius. Auf einem anschließenden Feldzug, der ihn nach Elsass-Lothringen führte, verkaufte er ihn an den Rheingrafen Philipp Otto, der ihn auf das Schloss seiner katholischen Gemahlin nach Nancy bringen ließ. Als das Paderborner Domkapitel den Aufenthaltsort der Reliquien erfuhr, gelang es ihm, den Schrein zurückzukaufen. 1627 konnten die Reliquien wieder im Hochaltar des Domes beigesetzt werden. Der Silberschmied Hans Krako hatte zu diesem Anlass einen neuen kostbaren Schrein für die Reliquien gefertigt, der bis heute bei den Liboriprozessionen durch Paderborn mitgeführt wird.
Auch kirchenpolitisch erlangte die Liboriverehrung große Bedeutung: Als die Friedensverhandlungen zur Beendigung des 30jährigen Krieges fürchtete man in Paderborn, das Bistum könnte aufgelöst und Hessen zugeschlagen werden. Das Domkapitel bat daraufhin das Domkapitel von Le Mans, sich beim französischen König Ludwig XIV für den Erhalt des Bistums einzusetzen. Tatsächlich stellte der König 1647 eine Protektionsurkunde aus, das den Bestand des Bistums sicherte. So hatte sich der Bund zwischen Le Mans und Paderborn erneut bewährt.

Das Fest des Heiligen Liborius wird alljährlich am 23. Juli gefeiert. Das weithin bekannte Liborifest findet jeweils in der letzten Juliwoche statt. Es beginnt mit der Erhebungsvesper, bei der die Reliquien in einem kostbaren Schrein, auf dessen Dachseite der Heilige Liborius und der Heilige Kilian abgebildet sind, erhoben werden und der sogenannte Liboritusch ertönt.

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